SOLIDARMODELL ANTI-GRAFFITI FREIBURG

Am Samstag, 26.09.2009 fand ZUM FÜNFTEN MAL eine Anti-Graffiti-Aktion statt, die der Verein "Sicheres Freiburg" mit Malerbetrieben und anderen Kooperationspartnern diesmal in der Oberwiehre veranstaltete. In zusammen 467 Arbeitsstunden wurden unter anderem 21 private Gebäude, 60 Stromhäuschen und zwei Unterführungen gereinigt.




Maler- und Lackierermeister Michael Fesenmeier, Betriebswirt des Handwerks, beteiligt sich am Freiburger Projekt „Solidarmodell Anti-Graffiti Freiburg”. Seit 2009 hilft Michael Fesenmeier mit seinen Gesellen, die ungeliebten Farbschmierereien professionell und schnell zu beseitigen. Aktuell hat Maler Menz an einer Aktion im Mai zur Beseitigung von Graffiti im Stadtheil Herden teilgenommen. Beteiligt waren nicht zum ersten Mal die Gesellen Sandra Fischer, Johannes Schwär und Rüdiger Steigert, die jeweils sechs Stunden im Einsatz waren. „Für die engagierte und langjährige Unterstützung des Solidarmodells Anti-Graffiti Freiburg“ haben sie „in besonderer Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement“ eine Ehrenurkunde von Sicheres Freiburg erhalten, die vom Vorsitzenden, Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, seinem Vertreter, dem Leitenden Polizeidirektor Heiner Amann, und dem AFB-Vorsitzenden Ernst Lavori unterschrieben ist. Sachbeschädigungen durch „Künstler“, die glauben, ihnen nicht gehörende Häuserwände „verschönern“ zu müssen, stellen in Freiburg ein ernstes Problem dar. Die Schmierereien ärgern die Eigen-tümer und Bürger beträchtlich. Sie beeinträchtigen auch das Sicherheitsgefühl, schädigen das Image der Stadt und stellen einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden dar. Der wird bundesweit allein an öffentlichen Gebäuden auf zwischen 200 und 500 Millionen Euro jährlich geschätzt. Deshalb engagiert sich das „Solidarmodell Anti-Graffiti Freiburg“ für eine saubere und sichere Stadt.
Die wissenschaftlich fundierte Erkenntnis, dass Sprayer ihre „Kunstwerke“ öffentlich zur Schau stellen wollen, führt zu dem Ziel, Graffiti möglichst schnell nach der Entdeckung zu entfernen.

Dafür arbeiten mit Sicheres Freiburg die Stadt Freiburg, die Poli-teilnehmenden Malerbetrieben, Gerichte und Staatsanwaltschaft, die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine (AFB), die Eigentü-merschutz-Gemeinschaft Haus und Grund Freiburg und der Einzel-handelsverband Südbaden vernetzt zusammen. Das „Solidarmodell Anti-Graffiti Freiburg“ will eine zeitnahe und kostenlose oder zumindest kostengünstige Beseitigung von Graffiti an privaten Gebäuden erreichen. Organisiert wird das Projekt durch den gemeinnützigen Verein „Sicheres Freiburg“, der sich wiederum aus Spendengeldern sowie aus Zuwendungen von Geldbußen der Gerichte und der Staatsanwaltschaft finanziert. 

Überführte Graffititäter sollen im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs (TOA) ver-stärkt bei der Beseitigung von Farbschmierereien eingesetzt werden. Das wirkt sich präventiv aus und ist zudem eine gute pädagogische Reaktionsmöglichkeit auf das Verhalten der Täter. Die Teilnahme ist sowohl für die Täter als auch für die Geschädigten freiwillig.In dem außergerichtlichen Verfahren Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) wird für die Schadenswiedergutmachung ein direkter Kon-takt zwischen Täter und Geschädigten hergestellt. Dazu werden in den Stadteilen Aktionstage für die Beseitigung illegaler Graffiti durchgeführt, an denen sich überführte Graffiti-Täter beteiligen, die dabei von Malerfachbetrieben angeleitet und unterstützt werden. Das Material dafür wird gestellt. Die Maler setzen ihre Arbeitszeit ehrenamtlich ein.